Richtig pflegen

Die wichtigsten Tipps für Angehörige

Fast jeder zweite Pflegebedürftige wird ausschließlich von der Familie versorgt. Eine große Herausforderung – für beide Seiten, die von unendlich viel Liebe und Verantwortung zeugt. Doch gerade am Anfang ist man oft unsicher, ob man bei der Pflege eines Angehörigen alles richtig macht. Auf den folgenden Seiten finden Sie die wichtigsten Schritte des Pflege-Alltags – vom Haare waschen, über das richtige Essen bis hin zu kleinen Übungen für Kopf und Körper. Damit beide am Ende das gute Gefühl haben.

Körperliche Fitness erhalten

Stürze vorbeugen

• Muskeln kann man bis ins hohe Alter trainieren; damit die Mobilität erhöhen und Stürze verhindern. Am besten ermuntern Sie Ihren Vater oder Ihre Mutter alle zwei Tage zu diesen Übungen:
• Aufrecht neben einen Stuhl stellen, eine Hand auf der Lehne abstützen. Abwechselnd ein Bein angewinkelt heben, bis zwischen Hüfte/Oberschenkel und Ober-/Unterschenkel jeweils ein rechter Winkel ist.
• Aufrecht hinter den Stuhl stellen, mit beiden Händen an der Lehne festhalten, abwechselnd die Beine gestreckt zur Seite anheben, Fußspitze zeigt dabei nach vorn.
• Aufrecht auf den Stuhl setzen, in jede Hand eine volle Wasserflaschen (0,5 bis maximal 1,5 Liter) nehmen. Arme seitlich eng am Körper halten. Die Finger zeigen nach oben. Jetzt die Unterarme mit den Wasserflaschen langsam Richtung Schultern führen und langsam wieder absenken.
• Aufrecht auf einen Stuhl setzen, wieder zwei Wasserflaschen nehmen, diese seitlich mit gestreckten Armen langsam bis auf Schulterhöhe anheben und wieder senken.

Gelenke mobilisieren

• Oft ein Problem bei bettlägerigen Menschen: Durch zu wenig Bewegung versteifen die Gelenke. Dagegen wirken diese Übungen im Bett (sollte Angehöriger möglichst allein machen, sonst dabei helfen):
• Ein Bein leicht heben, etwas beugen, wieder strecken; mit anderem Bein wiederholen.
• Ein Bein leicht heben, zur Seite spreizen, wieder zurück; mit anderem Bein wiederholen.
• Füße kreisen, beugen, strecken.

Lunge stärken

Besonders wichtig für Menschen, die das Bett kaum noch verlassen können!
• Ihr Angehöriger sitzt aufrecht im Bett; Atmet tief durch die Nase ein-, durch den Mund aus. Gleichzeitig klopfen Sie mit der flachen Hand ganz leicht auf die Lunge am Rücken (von unten nach oben).
• Angehöriger breitet die Arme seitlich aus; zieht die gestreckten Beine an, und atmet dabei aus; Beine wieder ausstrecken, dabei einatmen.
• Wichtig: Alle Übungen langsam und konzentriert ausführen. So oft wiederholen, wie sich Angehöriger dabei wohl fühlt.

Sinne trainieren

• Mit fortschreitendem Alter, aber auch durch Demenz hören, sehen, riechen, fühlen, schmecken viele Menschen zunehmend schlechter. Mit ganz einfachen Übungen kann man das Nachlassen der Sinne aufhalten, zumindest aber deutlich verlangsamen:
• Augen/Gedächtnis: Fotos zeigen, sprechen Sie mit Ihrem Angehörigen darüber, was er darauf sieht (gezielt nach Farben fragen).
• Körper wahrnehmen: Animieren Sie Ihre Mutter bzw. Ihren Vater, möglichst genau zu beschreiben, wie sie oder er sich fühlt.
• Geschmackssinn: Lassen Sie Ihren Angehörigen auch beim Essen mit geschlossenen Augen beschreiben, was er schmeckt.
• Tastsinn: Üben Sie spielerisch, indem sie Alltagsgegenstände reichen, die er bzw. sie mit geschlossenen Augen, nur mit den Händen ertasten muss.

 

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