Mit gutem Gewissen verreisen
Wer kennt das nicht: Man möchte in ferne Länder reisen um Neues zu sehen und zu entdecken. Das Fernweh und die Sehnsucht nach Sonne und Strand zieht viele in ferngelegene Urlaubsparadiese, doch ist das immer umweltfreundlich?
So behält man auch auf Reisen sein gutes Gewissen.

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Fernweh
Winterzeit ist Fernreisezeit. Statt hier zu frieren, reisen viele lieber in exotische Länder. Aber wie sieht es dort mit Umweltschutz oder Menschenrechten aus?
Das plus Magazin und Jürgen Römer haben zu diesen Themen viele Antworten und gute Tipps gefunden.
Worauf sollte man bei Fernreisen überhaupt achten?
Da Reisen auch negative Folgen hat, sollte man sich u. a. fragen:
- Wie sieht es mit Umweltschutz im Land und im Hotel aus?
- Profitiert die heimische Wirtschaft vom Tourismus?
- Wie menschenwürdig, wie sozial sind die Arbeitsplätze im Hotel?
Natürlich ist dies für Touristen schwer abzuschätzen. Deshalb sollte man sich vor dem Buchen genau informieren. Und es gibt Indizien: Ein Land mit hoher Kindersterblichkeit lässt vermuten, dass Devisen in falschen Kanälen verschwinden – als Urlaubsziel inakzeptabel.
Wie lassen sich diese Punkte konkret überprüfen?
Sicher wäre es ein riesiger Aufwand, alle Öko- und Sozialdaten der Urlaubsziele selbst durchzuarbeiten – aber hier hilft das Internet. Sehr gut sind spezielle Seiten wie www.ethicaltraveler.org, auf der Reisende oder Touristik-Experten Länder u. a. nach Umweltpolitik und Menschenrechten bewerten.
Aber sind lange Flüge selbst überhaupt vertretbar, Stichwort CO2?
Die Antwort ist nicht einfach: Einerseits besteht die Sehnsucht, andere Teile der Welt, andere Kulturen kennenzulernen. Und sicher hilft Tourismus Menschen sogar; Belize bekämpft seine Armut z. B. mit Einnahmen aus dem Tourismus. Andererseits schadet jeder Flugkilometer der Umwelt. Denn Jets stoßen große Mengen klimaschädlicher Gase aus.
Viele Reisebüros bieten bei Fernflügen eine Art „Ablass-Handel“ an, indem man für Umweltprojekte spendet. Ist das tatsächlich sinnvoll?
Durchaus. Denn die einzige Möglichkeit für Urlaubsreisende, Umweltschäden der Atmosphäre zu mindern, ist ein Ausgleich an anderer Stelle – über eine freiwillige CO2-Abgabe. Dabei wird der Anfall von Klimagasen pro Flug und Person berechnet. Grundlage sind u. a. Länge der Strecke und Gewicht des Flugzeugs. Passagiere zahlen dann freiwillig eine Abgabe für diese Schadstoffmenge – etwa 10 bis 20 Prozent des Ticketpreises. Mit dem Geld werden Projekte finanziert, die CO2 in der Atmosphäre abbauen wie beispielsweise Wald-Anbau oder Solar-Kraftwerke.
Kann man Öko-Siegeln bei Reisean geboten in jedem Fall vertrauen?
Ja, Studien haben zudem ergeben, dass Touristen für ein Angebot mit Siegel gerne mehr zahlen – ein Aufschlag von bis zu fünf Prozent wird akzeptiert. Aber: Das reizt Anbieter, Öko-Siegel mit butterweichen Kriterien und ohne scharfe Kontrollen zu erfinden. Nur wenn unabhängige Fachleute prüfen und deren Ergebnisse veröffentlicht werden, kann man wirklich sicher sein. Deshalb: sich stets selbst informieren.
Kann man auch selbst etwas tun?
Ja. Letztlich hat jeder Tourist großen Einfluss auf die Öko-Bilanz seiner Reise. Wer sich an die nebenstehenden Tipps hält, kann mit gutem Gewissen seinen nächsten Urlaub antreten – und ab und zu auch etwas exotischere Ziele dabei ansteuern.