Das schönste Dorf Deutschlands
Monreal in der Eifel gilt als eines der schönsten Dörfer Deutschlands. Vor allem weil die Bewohner ihre Idylle immer bezaubernder machen. Emmanuel van Stein traf an einem Wochenende so viele herzliche Menschen, dass er nahe daran war, für immer dort zu bleiben.
Die zauberhafte Fachwerkidylle
© Thomas Max Müller / pixelio.de
Wie ein farbenprächtiges, lebendiges Gemälde präsentiert sich Monreal an diesem warmen, sonnigen Morgen im September. Überall Geranien-Bouquets an den Fensterbänken, die wie Broschen die Fassaden verzieren und die Farben der rot-weiß gestrichenen Fachwerkhäuser spiegeln. Die Pflanzenpracht schiebt sich wie ein betörend duftender dichter Vorhang über Hauseingänge aus Bruchstein, an denen schnörkelndes Efeu und wilder Wein um die Wette in die Höhe ranken – oft flankiert von mächtigen Trompetenbäumen, die in ihren dicken braunen Holzkübeln Spalier stehen.
Seit sechs Jahren gilt Monreal und seine zauberhafte Fachwerkidylle in der Vordereifel als eines der schönsten Dörfer. Manche sagen: Ein schöneres Dorf gebe es nirgendwo! Damals gewann Monreal die Goldmedaille im Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ (bis 1997 hieß dies „Unser Dorf soll schöner werden“). Und seitdem, sagen die Bewohner, ist es noch tausendmal schöner geworden.
Natürlich liegt das an der bildschönen Lage – einem nicht zu engen, aber auch nicht zu weiten Tal zwischen Rhein, Mosel und Elz (der korrekte Name ist Elzbach, aber so nennt das Flüsschen, das durch Monreal sprudelt, niemand). Das liegt aber vor allem an den umtriebigen, knapp 900 Einwohnern, die gleich in elf Vereinen organisiert sind und die sich ständig bemühen, ihr Monreal noch ein bisschen hübscher aussehen zu lassen.
Hermann-Josef Jung (69) ist einer von ihnen. Auf der Terrasse vor dem lauschigen „Café Plüsch“ an der Obertorstraße preist er aber zunächst das angenehme Klima: „Hier kann man durchatmen, weil immer eine frische Brise durchs Tal weht.“ Und der schlanke, gebürtige Monrealer hat recht: Während die stechende Sonne Nasen und Wangen mit einer leichten Röte tüncht, versöhnt ein belebender Luftzug, der auf zarten Samtpfoten durch die schmale, abschüssige Obertorstraße streicht, mit der Hitze. Vielleicht ist es dieses besonders milde Klima, dass sich viele Lebenskünstler hier ihren Zweitwohnsitz gönnen? „Einige nennen es Bonn-Real“, scherzt der grauhaarige Jung und spielt damit auf die vielen Eifel-Häuschen ehemaliger Hauptstädter an – Bonn liegt nämlich gerade mal 50 Kilometer weiter nördlich.
In einem der schönsten Häuser Monreals residiert jedoch keine Bonner Familie, sondern eben seit 30 Jahren das Café Plüsch. Das eindrucksvolle barocke Steingebäude mit Mansarddach steht seit 1744. Eingangstür und die sieben hoch aufragenden Segmentbogenfenster des zweistöckigen Hauses werden dekorativ von roten Basaltrahmen gesäumt, dunkelgrüne Holz-Fensterläden liefern den reizvollen Kontrast. 2001 übernahmen Eva und Ulrich Müller das Kommando am Herd. Die beiden engagierten Köche von der Mosel hatten sich unsterblich in den „wunderschönen Ort verliebt“ und leben hier ihre Liebe zu historischen Schätzchen aus: stilvoll eingerichtet mit einem alten Küchenherd, mit sorgsam restaurierten Möbeln, mittendrin das namensgebende Plüschsofa. Und allerlei Haushaltshilfen und -geräte aus Großmutters Zeiten – von der immer noch einsatzfähigen Kaffeemühle bis zum pechschwarzen Schürhaken an der Wand. Auf dunklen Eichenbalken reihen sich dicht an dicht historische Kaffeekannen mit zauberhaften Blümchenmustern. Ein Ort zum Wohlfühlen, ein märchenhaftes Häuschen, das auch aus dem kunterbunten Kinderfilm „Der Zauberer von Oz“ mit Judy Garland stammen könnte.
Wie ein farbenprächtiges, lebendiges Gemälde präsentiert sich Monreal an diesem warmen, sonnigen Morgen im September. Überall Geranien-Bouquets an den Fensterbänken, die wie Broschen die Fassaden verzieren und die Farben der rot-weiß gestrichenen Fachwerkhäuser spiegeln. Die Pflanzenpracht schiebt sich wie ein betörend duftender dichter Vorhang über Hauseingänge aus Bruchstein, an denen schnörkelndes Efeu und wilder Wein um die Wette in die Höhe ranken – oft flankiert von mächtigen Trompetenbäumen, die in ihren dicken braunen Holzkübeln Spalier stehen.
Seit sechs Jahren gilt Monreal und seine zauberhafte Fachwerkidylle in der Vordereifel als eines der schönsten Dörfer. Manche sagen: Ein schöneres Dorf gebe es nirgendwo! Damals gewann Monreal die Goldmedaille im Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ (bis 1997 hieß dies „Unser Dorf soll schöner werden“). Und seitdem, sagen die Bewohner, ist es noch tausendmal schöner geworden.
Natürlich liegt das an der bildschönen Lage – einem nicht zu engen, aber auch nicht zu weiten Tal zwischen Rhein, Mosel und Elz (der korrekte Name ist Elzbach, aber so nennt das Flüsschen, das durch Monreal sprudelt, niemand). Das liegt aber vor allem an den umtriebigen, knapp 900 Einwohnern, die gleich in elf Vereinen organisiert sind und die sich ständig bemühen, ihr Monreal noch ein bisschen hübscher aussehen zu lassen.
Hermann-Josef Jung (69) ist einer von ihnen. Auf der Terrasse vor dem lauschigen „Café Plüsch“ an der Obertorstraße preist er aber zunächst das angenehme Klima: „Hier kann man durchatmen, weil immer eine frische Brise durchs Tal weht.“ Und der schlanke, gebürtige Monrealer hat recht: Während die stechende Sonne Nasen und Wangen mit einer leichten Röte tüncht, versöhnt ein belebender Luftzug, der auf zarten Samtpfoten durch die schmale, abschüssige Obertorstraße streicht, mit der Hitze. Vielleicht ist es dieses besonders milde Klima, dass sich viele Lebenskünstler hier ihren Zweitwohnsitz gönnen? „Einige nennen es Bonn-Real“, scherzt der grauhaarige Jung und spielt damit auf die vielen Eifel-Häuschen ehemaliger Hauptstädter an – Bonn liegt nämlich gerade mal 50 Kilometer weiter nördlich.
In einem der schönsten Häuser Monreals residiert jedoch keine Bonner Familie, sondern eben seit 30 Jahren das Café Plüsch. Das eindrucksvolle barocke Steingebäude mit Mansarddach steht seit 1744. Eingangstür und die sieben hoch aufragenden Segmentbogenfenster des zweistöckigen Hauses werden dekorativ von roten Basaltrahmen gesäumt, dunkelgrüne Holz-Fensterläden liefern den reizvollen Kontrast. 2001 übernahmen Eva und Ulrich Müller das Kommando am Herd. Die beiden engagierten Köche von der Mosel hatten sich unsterblich in den „wunderschönen Ort verliebt“ und leben hier ihre Liebe zu historischen Schätzchen aus: stilvoll eingerichtet mit einem alten Küchenherd, mit sorgsam restaurierten Möbeln, mittendrin das namensgebende Plüschsofa. Und allerlei Haushaltshilfen und -geräte aus Großmutters Zeiten – von der immer noch einsatzfähigen Kaffeemühle bis zum pechschwarzen Schürhaken an der Wand. Auf dunklen Eichenbalken reihen sich dicht an dicht historische Kaffeekannen mit zauberhaften Blümchenmustern. Ein Ort zum Wohlfühlen, ein märchenhaftes Häuschen, das auch aus dem kunterbunten Kinderfilm „Der Zauberer von Oz“ mit Judy Garland stammen könnte.
Ein wunderschöner Anblick, den ein weiteres Plätzchen unweit der Elz, fast um die Ecke, noch übertrumpft. An der Bahnhofstraße versteckt sich in einem Innenhof ein verwunschener Garten. Mittendrin die „Töpferei Alte Schule“, in der Heike Krämer originelle Gefäße und Skulpturen kreiert. Nur wenige Schritte durch die kunterbunten Ausstellungsräume, dann gelangt man in eine mediterrane Zauberwelt: Zwischen Minipalmen und hohen Bambusstauden leuchtet spektakulär, worin sich viele Besucher rasch verlieben: vielfarbige Keramik-Säulen, von Hand gemacht, die Beete und Blumenkästen verzieren. Doch damit nicht genug, Monreal hat noch viel mehr zu bieten. Ebenfalls nur ein paar Schritte sind es von der Töpferei zum Stellwerk, dem weinumrankten historischen Monrealer Bahnhof nahe der Elz. Er ist heute reizvoller Halt der Züge zwischen Andernach und Kaisers-esch; und in seiner Gaststube zugleich rustikaler Treffpunkt für Gourmets.
Viel zu schnell verrinnt ein Wochenende, weil man immer wieder stehen bleibt, um liebevolle Details an Hauswänden, Eingängen oder Gärten zu bestaunen – dieses Gefühl beschleicht Besucher spätestens am Sonntag, wenn man feststellt, was man in Monreal und Umgebung noch nicht gesehen hat: die weltbekannte Burg Eltz gut 15 Kilometer südöstlich; oder ein Stück Wandern auf dem deutschen Teil des Jakobswegs, der durch Monreal und weiter in die benachbarte Brunnenstadt Mayen führt; oder ... Spätestens dann steht fest: Wer einmal in Monreal war, will immer wiederkommen.