Gesünder ohne Salz

Der Genuss von zuviel Salz kann die Gesundheit gefährden und Herz und Nieren belasten. Lesen Sie hier worauf Sie achten sollten.

Wir essen zu viel Salz

Der Körper braucht Salz, sagt der Frau im Leben-Experte Professor Martin Middeke im Interview. Aber zu viel belastet Herz und Nieren. Deshalb ist weniger mehr!


Herr Professor Middeke, zu viel Salz ist ungesund – das hört man immer wieder. Aber ganz ohne Salz geht es auch nicht, oder?
Middeke: Jeder Mensch braucht Salz, weil es unter anderem die Funktion von Blutgefäßen und die Herz-Kreislauf-Funktion unterstützt. Wir gehen aber davon aus, dass der Körper nicht mehr als 3 Gramm pro Tag benötigt. Das entspricht einem halben Teelöffel. Durchschnittlich isst ein Erwachsener aber viel mehr, etwa 10 bis 12 Gramm. Das sind 2 Teelöffel!

2 Teelöffel pro Tag, wie kommt das?
Middeke: Weil wir etwa 75 % aus versteckten Quellen wie Brot, Käse, Wurst und Fertiggerichten zu uns nehmen – und nur etwa 15 % durch Kochen oder Nachsalzen.

Welche Folgen hat zuviel Salz?
Middeke: Aktuelle Studien zeigen: Ein erhöhter Kochsalz-Konsum über Jahrzehnte kann zu steifen Blutgefäßen und damit zu Herz-Kreislauf-Problemen führen. Die Folge: Bluthochdruck, im schlimmsten Fall Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Weniger Salz kann das verhindern?
Middeke: Ja. Salzarme Kost kann den Blutdruck auf jeden Fall senken. Außerdem zeigte eine Langzeitstudie aus den USA, dass bei Menschen, die Salz vermeiden, Herz-Kreislauf-Krankheiten bis zu 30 % seltener auftreten. Auch die Rate früher Todesfälle liegt um 30 % niedriger.

Wer sollte sich einschränken?
Middeke: Im Grunde jeder, um den Organismus zu entlasten. Denn: Salz bindet das Wasser im Körper. Isst man zuviel davon, wird Wasser im Blut und im Gewebe gesammelt. Das belastet die Organe. Die Niere muss mehr arbeiten, das Herz stärker pumpen. Aufpassen sollte aber vor allem:
  • Wer Herzprobleme und Diabetes hat. Zu viel Salz kann dies verstärken.
  • Wer bereits schwache Nieren hat, denn Nieren werden durch das Ausschwemmen besonders beansprucht.
  • Wer Salz-sensitiv ist. Denn bei Menschen mit einer sogenannten Salz-Sensitivität steigt der Blutdruck nach Salzkonsum prompt an. Das ist bei etwa 30 % der Menschen mit normalem Blutdruck der Fall und bei 40 bis 50 % derjenigen mit Bluthochdruck. Ein Phänomen, das vererbt wird.

Meersalz, Himalaya- Salz – sind diese Salz-Sorten gesünder?
Middeke: Nein, denn in jedem dieser Salze ist dasselbe drin, nämlich Natriumchlorid. Empfehlenswert ist aber jodiertes Speisesalz, weil es für die Schilddrüsenfunktion wichtig ist.

Lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von Frau im Leben, wie Sie Ihren Salzkonsum einschränken können.

 

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